Über mich

Ich schreibe unglaublich gern über Bücher. Schon ganz lange. Meine Leseschwäche ist aber noch viel älter. Sie begann schon vor meinem ersten Buch, das ich „in echt“ gelesen habe: Der gestiefelte Kater. Davor hatte ich in den Ausgaben meiner Eltern herumgekritzelt und konnte es nicht abwarten, die Texte endlich zu verstehen.  Und dann las ich viel.

Endgültig gepackt hat mich die Literatur in der Schulzeit: Schwer beeindruckt war ich von den Merseburger Zaubersprüchen:  „Eiris sâzun idisi, sâzun hêra duoder.“ Und dann hat uns unser Lehrer eine Verfilmung von Poes Tell-tale Heart gezeigt. Ich wollte das Original lesen: But why do you say that I have lost control of my mind, why do you say that I am mad?“

Schließlich die Oberstufe: „Wer will uns etwas über Goethes Dichtung und Wahrheit erzählen“, fragte dieser eigentümliche Deutschlehrer. Erst wollte keiner, dann wollte ich:  „Wenn man sich erinnern will, was uns in der frühsten Zeit der Jugend begegnet ist, so kommt man oft in den Fall, dasjenige, was wir von andern gehört, mit dem zu verwechseln, was wir wirklich aus eigner anschauender Erfahrung besitzen.“

Später habe ich an der Uni Bielefeld Germanistik studiert und eine Magisterarbeit über österreichisches Theater geschrieben: über Ferdinand Raimund und Johann Nestroy, den wienerischen Shakespeare: Der böse Geist Lumpazivagabundus: „Aber noch einmal, Madame Fortuna, Sie fürcht‘ ich nicht; denn was meine wahren Anhänger sind, die machen sich nicht so viel aus Ihnen.“

Ich weiß, dass es viele Literaturblogs gibt. Und dass die Welt bestimmt nicht auf Leseschwäche.com gewartet hat.  Für mich ist  diese Seite allerdings genau passend – auch als Erinnerungsspeicher für das eigene Lesen oder Hören. Und als Möglichkeit, irgendwann einmal zu einer Art Positionsbestimmung zu kommen: Welche Texte interessieren mich  noch?

Dass ich hier nicht den Zwang habe, über jedes neue Buch oder Hörbuch zu berichten, gefällt mir. Ihr werdet hier also auch den einen oder anderen Klassiker als Lesevorschlag finden.  Auf ein Genre bin ich nicht festgelegt, auch gute Sachbücher werden vorgestellt.  Fest steht auch: Aus meinen Leseerfahrungen will ich Tipps generieren.

Im „richtigen Leben“ arbeite ich als Journalist, mache Musik und lebe in Minden.

Den Titel dieses Blogs hat übrigens meine Frau „erfunden“. Passt doch, oder? Und jetzt viel Spaß und gute Anregungen mit der Leseschwäche!

Oliver Plöger