In den guten alten Orient

Agatha Christie, Mord im Orient-Express

Das ist eben so schön an den Romanen von Agatha Christi: Die Leser werden mitgenommen auf  Reisen in weit entfernte Gefilde, die – gerade noch in den 1920er Jahren – pure Abenteuer versprachen. Für mich ist das ein Grund, Romane wie Tod auf dem Nil immer wieder zu lesen. Oder eben Mord im Orient-Express.

„In den guten alten Orient“ weiterlesen

Der Schmerz wirkt weiter

Horst Selbiger, Verfemt – Verfolgt – Verraten

Der Schmerz ist noch da. Auch nach über 70 Jahren. „Du bist ein Gezeichneter dein ganzes Leben lang“, sagt Horst Selbiger, und: „Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen.“ Nahezu zwei Jahre hatte der heute 90-Jährige an seinem Buch gearbeitet, fast jeden Tag. Den „Abriss seines Lebens“ nennt er Verfemt – Verfolgt – Verraten, sogleich verbunden mit der Aufforderung: „Fragt uns, wir sind die Letzten! Wenn wir nicht mehr sind, ist alles nur noch papierne Geschichte.“

„Der Schmerz wirkt weiter“ weiterlesen

Großer Bruder hin und her

Klaus Schröter, Heinrich Mann

Manchmal stelle ich mir vor, es hätte Thomas Mann nicht gegeben. Fatal wäre das. Und schlecht für die Literatur und diese hochinteressante Familie. Aber wie hätte sich sein Bruder Heinrich entwickelt, wenn es nur ihn  gegeben hätte?  Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Die ich mir aber stelle, wenn ich Literatur über (nicht von) Heinrich Mann lese. Der Bruderzwist ist eigentlich immer Thema. Natürlich auch bei Klaus Schröter und seiner Studie über Heinrich Mann.

„Großer Bruder hin und her“ weiterlesen

Kampf um die Bohne

Tom Hillenbrandt, Der Kaffeedieb

Wer braucht schon Internet, wenn man Beziehungen hat? Wenn du weißt, wen du fragen musst, oder besser:  Wenn du weißt, wen du wo fragen musst? Die Geschichte, um die es hier geht, beginnt im Kaffeehaus und spielt in der jungen Neuzeit, Web Punkt minus ultimo oder so.

„Kampf um die Bohne“ weiterlesen

Der wirklich große Bruder

Dan Brown, Diabolus

Ganz klar: Diabolus ist schriftstellerisch keine Offenbarung.  Es gibt andere Bestseller, die würde ich wirklich als Kunstwerke bezeichnen, Dan Browns ersten Roman sicher nicht.  Dennoch hat das Buch hochinteressante Facetten  und zeigt durchaus – sagen wir mal – prophetische Züge.

„Der wirklich große Bruder“ weiterlesen

Unter der Kuppel

T.C. Boyle, Die Terranauten

Das Interview mit Dennis Scheck ist schon vorbei. Und dann sagt T.C. Boyle diesen schönen Satz: „My heart ist black inside, but you made me laugh, Dennis.“ Zuvor war es um Die Terranauten gegangen, wieder eines dieser Boylschen Wahnsinnsbücher.

„Unter der Kuppel“ weiterlesen

Für immer Herbert

Bernhard Schlink, Olga

Es kann durchaus sein, dass ich schon einmal über Herbert gelesen habe. Vielleicht 2008 in einem Spiegel-Artikel, in dem es um eine „Harakiri-Expedition“ in die Antarktis ging. Ein Thema, das mich grundsätzlich interessiert, befeuert spätestens durch Christoph Ransmayrs  Die Schrecken des Eises und der Finsternis.

„Für immer Herbert“ weiterlesen