Und wieder Der Untergang

Joachim Fest, Bernd Eichinger, Der Untergang

Der Tod von Bruno Ganz hat mich ganz schön geschockt. Nein, damit hatte ich nicht gerechnet. Künstler, die dir – wie auch immer –  etwas bedeutet haben, die dich selbst gar nicht kennen, die dennoch  wichtig für dich sind – sind dann plötzlich nicht mehr da. Jeder hat seine eigene Form der Trauer, mancher kehrt sie nach innen, mancher ist laut und öffentlich.

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Premiere in La Fenice

Donna Leon, Venezianisches Finale

Ich bin seit Jahren auf dem Krimi-Tripp. Ich habe mich mit den Urkrimis beschäftigt, mit Poe natürlich und seinem Dupin, mit Doyle und Sherlock Holmes, dessen Gehilfen ich in Der Name der Rose traf und mit Christi, die Journalisten so sehr hasst, dass sie sie in all ihren Romanen hat sterben lassen. Dann kamen die Fälle aus dem ganz hohen Norden, Mankells Kurt Wallander hat mich Anfang der 2000-er Jahre fast „weggepustet“. Klasse: in all dieser Zeit aber hat mich Donna Leon mit ihren Brunettti-Romanen begleitet. 18 habe ich bisher gelesen und damit nicht einmal alle, die bis heute erschienen sind.

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Der Schmerz wirkt weiter

Horst Selbiger, Verfemt – Verfolgt – Verraten

Der Schmerz ist noch da. Auch nach über 70 Jahren. „Du bist ein Gezeichneter dein ganzes Leben lang“, sagt Horst Selbiger, und: „Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen.“ Nahezu zwei Jahre hatte der heute 90-Jährige an seinem Buch gearbeitet, fast jeden Tag. Den „Abriss seines Lebens“ nennt er Verfemt – Verfolgt – Verraten, sogleich verbunden mit der Aufforderung: „Fragt uns, wir sind die Letzten! Wenn wir nicht mehr sind, ist alles nur noch papierne Geschichte.“

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Großer Bruder hin und her

Klaus Schröter, Heinrich Mann

Manchmal stelle ich mir vor, es hätte Thomas Mann nicht gegeben. Fatal wäre das. Und schlecht für die Literatur und diese hochinteressante Familie. Aber wie hätte sich sein Bruder Heinrich entwickelt, wenn es nur ihn  gegeben hätte?  Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Die ich mir aber stelle, wenn ich Literatur über (nicht von) Heinrich Mann lese. Der Bruderzwist ist eigentlich immer Thema. Natürlich auch bei Klaus Schröter und seiner Studie über Heinrich Mann.

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Rasend durchs Mittelalter

Sabine Weiß, Die Arznei der Könige

Das hat mir gefallen: eine Geschichte an realen Orten, an Orten, die ich auch heute noch besuchen könnte. Sabine Weiß lädt in Die Arznei der Könige zur Spurensuche ins Mittelalter ein und plant schon mal deine nächste Wandertour.

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Kampf um die Bohne

Tom Hillenbrandt, Der Kaffeedieb

Wer braucht schon Internet, wenn man Beziehungen hat? Wenn du weißt, wen du fragen musst, oder besser:  Wenn du weißt, wen du wo fragen musst? Die Geschichte, um die es hier geht, beginnt im Kaffeehaus und spielt in der jungen Neuzeit, Web Punkt minus ultimo oder so.

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Angesichts der Katastrophe

Maiken Nielsen, Und unter uns die Welt

Endlich mal wieder einen richtigen Roman lesen – also: keine Dystopie, kein Verschieben irgendwelcher Ebenen, nein, einen richtigen Roman. Ja, ich weiß, das klingt vermessen.

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Der wirklich große Bruder

Dan Brown, Diabolus

Ganz klar: Diabolus ist schriftstellerisch keine Offenbarung.  Es gibt andere Bestseller, die würde ich wirklich als Kunstwerke bezeichnen, Dan Browns ersten Roman sicher nicht.  Dennoch hat das Buch hochinteressante Facetten  und zeigt durchaus – sagen wir mal – prophetische Züge.

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Feuer an allen Fronten

Sabine Ebert, Kriegsfeuer

Sabine Ebert ist nah dran an den historischen Ereignissen. Ihre Bücher gefallen mir besser als die bisherigen Verfilmungen etwa der Hebammen-Storys. Print lässt eben im Roman immer noch Raum für eigene Vorstellungen, eigenes Kino im Kopf – trotz aller Faktentreue. Bei 1813 Kriegsfeuer war das nicht anders.

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