Und wieder Der Untergang

Joachim Fest, Bernd Eichinger, Der Untergang

Der Tod von Bruno Ganz hat mich ganz schön geschockt. Nein, damit hatte ich nicht gerechnet. Künstler, die dir – wie auch immer –  etwas bedeutet haben, die dich selbst gar nicht kennen, die dennoch  wichtig für dich sind – sind dann plötzlich nicht mehr da. Jeder hat seine eigene Form der Trauer, mancher kehrt sie nach innen, mancher ist laut und öffentlich.

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Hinter den Nazi-Kulissen

Guido Knopp, Geheimnisse des „Dritten Reichs“

Mit Nazis lassen sich ganze Sommerlöcher verfüllen. Nazis machen Quote in Text und Bild. Recht offensiv wirbt deshalb auch der Titel Geheimnisse des „Dritten Reichs“ für die aufklärende Lektüre. Man hätte ihn auch anders wählen können – denn natürlich werden hier keine großen Geheimnisse gelüftet. Ich halte das Buch dennoch für lesenswert.

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Der Schmerz wirkt weiter

Horst Selbiger, Verfemt – Verfolgt – Verraten

Der Schmerz ist noch da. Auch nach über 70 Jahren. „Du bist ein Gezeichneter dein ganzes Leben lang“, sagt Horst Selbiger, und: „Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen.“ Nahezu zwei Jahre hatte der heute 90-Jährige an seinem Buch gearbeitet, fast jeden Tag. Den „Abriss seines Lebens“ nennt er Verfemt – Verfolgt – Verraten, sogleich verbunden mit der Aufforderung: „Fragt uns, wir sind die Letzten! Wenn wir nicht mehr sind, ist alles nur noch papierne Geschichte.“

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Großer Bruder hin und her

Klaus Schröter, Heinrich Mann

Manchmal stelle ich mir vor, es hätte Thomas Mann nicht gegeben. Fatal wäre das. Und schlecht für die Literatur und diese hochinteressante Familie. Aber wie hätte sich sein Bruder Heinrich entwickelt, wenn es nur ihn  gegeben hätte?  Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Die ich mir aber stelle, wenn ich Literatur über (nicht von) Heinrich Mann lese. Der Bruderzwist ist eigentlich immer Thema. Natürlich auch bei Klaus Schröter und seiner Studie über Heinrich Mann.

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Wie alles begann

Wolfgang Beck, Die Merseburger Zaubersprüche

Wenn ich mich intensiver mit Literatur beschäftige, komme ich immer wieder auf die Anfänge zurück. Natürlich nicht auf die Anfänge von allem, aber auf die des geschriebenen Worts. Jede Literaturgeschichte, die irgendwas auf sich hält,  nennt dann die Merseburger Zaubersprüche.

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Genießen ist gescheit

André Heller, Uhren gibt es nicht mehr

Der jüngere Mensch (nicht der ganz junge) hat dann doch zwischendurch Angst vorm Alter. Vorm  Sterben und diesem ganzen Unsinn. Ich frage mich zuweilen, wie ein wirklich alter Mensch fühlt, wie er oder sie zurückschaut. Gute Einblicke gibt ein neues Buch von André Heller, diesem schillernden Alleskönner aus Österreich.

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Storms Garten

Karl Ernst Laage, Theodor Storm privat

Wen interessiert eigentlich, ob ein Dichter vor 160 Jahren einen Garten angelegt hat und wie? Oder welche Lieder er seinem Chor auf die „Setlist“ geschrieben hat? Welchen Wein er gerne getrunken hat, was er gegessen hat? Wo im Haus seine Möbel standen? Noch einmal: Wen interessiert das? Ich kenne einen: Mich!

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Renovatio und so

Luise Schorn-Schütte, Die Reformation

Da war schon mehr als das halbe Jahr vorbei – und ich hatte immer noch kein Buch gelesen, das sich konkret mit dem Thema Reformation auseinandersetzt.  Dabei sind  Menschen in meinem Umfeld schon genervt, da in den Zeitungen und anderen Medien so viel „geluthert“ wird und wir – wenn wir es denn nicht schon wussten – jetzt wissen, dass Martin L. nicht nur toll war.

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Vergessenes Leid

Rebekka Habermas, Skandal in Togo

Das an Katastrophen nicht gerade arme 20. Jahrhundert lässt Ereignisse und Zusammenhänge  manchmal vergessen. Ein Thema, das mich sehr interessiert, ist die Kolonialherrschaft – und Deutschland hat dabei ein ausgesprochen  unrühmliches Kapitel geschrieben, wie Rebekka Habermas in Skandal in Togo aufzeigt.

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