Premiere in La Fenice

Donna Leon, Venezianisches Finale

Ich bin seit Jahren auf dem Krimi-Tripp. Ich habe mich mit den Urkrimis beschäftigt, mit Poe natürlich und seinem Dupin, mit Doyle und Sherlock Holmes, dessen Gehilfen ich in Der Name der Rose traf und mit Christi, die Journalisten so sehr hasst, dass sie sie in all ihren Romanen hat sterben lassen. Dann kamen die Fälle aus dem ganz hohen Norden, Mankells Kurt Wallander hat mich Anfang der 2000-er Jahre fast „weggepustet“. Klasse: in all dieser Zeit aber hat mich Donna Leon mit ihren Brunettti-Romanen begleitet. 18 habe ich bisher gelesen und damit nicht einmal alle, die bis heute erschienen sind.

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In den guten alten Orient

Agatha Christie, Mord im Orient-Express

Das ist eben so schön an den Romanen von Agatha Christi: Die Leser werden mitgenommen auf  Reisen in weit entfernte Gefilde, die – gerade noch in den 1920er Jahren – pure Abenteuer versprachen. Für mich ist das ein Grund, Romane wie Tod auf dem Nil immer wieder zu lesen. Oder eben Mord im Orient-Express.

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Der letzte Gedanke

Edgar Hilsenrath, Das Märchen vom letzten Gedanken

Mein erster Gedanke war Das Märchen vom letzten Gedanken. Als ich jetzt vom Tod Edgar Hilsenraths erfuhr, musste ich an dieses Buch denken und an eine persönliche Begegnung, die ich mit dem Autor im Januar 1990 in Herford hatte. Damals war Hilsenrath auf Lesereise und ich fand sein Buch, das ich bald darauf gelesen habe, grandios.

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Das Moor ist der Raum

Arthur Conan Doyle, Der Hund von Baskerville

Ich liebe dieses unglaubliche Krimi-Prinzip verschlossener Räume. Ich mag die Abgrenzung des Tatorts, das unvollständige Wissen um den Mörder, die Qual, dieses Wissen zu vervollständigen. Und ja, ich mag die Gabe des Vergessens, die mich alte, uralte Krimis noch einmal lesen lässt. Die ich vor Jahrzehnten nicht aus der Hand legen konnte. Die ich jetzt (eigentümlicherweise mit noch größerem Genuss als früher) noch einmal lese. So wie Der Hund von Baskerville von Arthur Conan Doyle. 

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Eine besondere Freundschaft

Robert Harris, München

Robert Harris hat ein Muster: er nimmt sich historische Ereignisse vor und baut eine eigene Handlung ein. Das ist an sich noch kein Kunstgriff, aber deshalb interessant, da Harris hochspannend und klug schreiben kann, Bücher ohne Längen fabriziert und vor allem: neue Perspektiven schafft. Vaterland war (und ist) ungeschlagen, dann Pompeji, jetzt München.

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Rasend durchs Mittelalter

Sabine Weiß, Die Arznei der Könige

Das hat mir gefallen: eine Geschichte an realen Orten, an Orten, die ich auch heute noch besuchen könnte. Sabine Weiß lädt in Die Arznei der Könige zur Spurensuche ins Mittelalter ein und plant schon mal deine nächste Wandertour.

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Kampf um die Bohne

Tom Hillenbrandt, Der Kaffeedieb

Wer braucht schon Internet, wenn man Beziehungen hat? Wenn du weißt, wen du fragen musst, oder besser:  Wenn du weißt, wen du wo fragen musst? Die Geschichte, um die es hier geht, beginnt im Kaffeehaus und spielt in der jungen Neuzeit, Web Punkt minus ultimo oder so.

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Angesichts der Katastrophe

Maiken Nielsen, Und unter uns die Welt

Endlich mal wieder einen richtigen Roman lesen – also: keine Dystopie, kein Verschieben irgendwelcher Ebenen, nein, einen richtigen Roman. Ja, ich weiß, das klingt vermessen.

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Der wirklich große Bruder

Dan Brown, Diabolus

Ganz klar: Diabolus ist schriftstellerisch keine Offenbarung.  Es gibt andere Bestseller, die würde ich wirklich als Kunstwerke bezeichnen, Dan Browns ersten Roman sicher nicht.  Dennoch hat das Buch hochinteressante Facetten  und zeigt durchaus – sagen wir mal – prophetische Züge.

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